… oder die Hunde des Krieges
Es gibt Epochen, die ihren geistigen Zustand in Monumenten verewigen, und es gibt solche, die ihn in ihrer Sprache verraten. Die gegenwärtige europäische Politik scheint zu letzterer Kategorie zu gehören. Wer den öffentlichen Diskurs aufmerksam verfolgt, stößt auf eine bemerkenswerte Veränderung. Begriffe wie Abschreckung, Kriegstüchtigkeit, Einsatzbereitschaft und militärische Führungsverantwortung sind aus den Randbereichen der politischen Debatte ins Zentrum gerückt. Sie erscheinen nicht mehr als Ausnahmevokabular für außergewöhnliche Krisen, sondern zunehmend als selbstverständliche Bestandteile einer neuen politischen Normalität. Friedrich Merz, Emmanuel Macron und Keir Starmer stehen exemplarisch für diesen Wandel. Sie mögen sich in zahlreichen politischen Fragen unterscheiden, doch eint sie die Überzeugung, dass Europas Zukunft maßgeblich durch militärische Stärke gesichert werden müsse. Der Krieg in der Ukraine bildet dabei den historischen Hintergrund, vor dem sich diese Entwicklung vollzieht, doch seine Bedeutung reicht längst über die Grenzen dieses Konflikts hinaus. Weiterlesen