Die unheimliche Dreifaltigkeit

… oder die Hunde des Krieges

Es gibt Epochen, die ihren geistigen Zustand in Monumenten verewigen, und es gibt solche, die ihn in ihrer Sprache verraten. Die gegenwärtige europäische Politik scheint zu letzterer Kategorie zu gehören. Wer den öffentlichen Diskurs aufmerksam verfolgt, stößt auf eine bemerkenswerte Veränderung. Begriffe wie Abschreckung, Kriegstüchtigkeit, Einsatzbereitschaft und militärische Führungsverantwortung sind aus den Randbereichen der politischen Debatte ins Zentrum gerückt. Sie erscheinen nicht mehr als Ausnahmevokabular für außergewöhnliche Krisen, sondern zunehmend als selbstverständliche Bestandteile einer neuen politischen Normalität. Friedrich Merz, Emmanuel Macron und Keir Starmer stehen exemplarisch für diesen Wandel. Sie mögen sich in zahlreichen politischen Fragen unterscheiden, doch eint sie die Überzeugung, dass Europas Zukunft maßgeblich durch militärische Stärke gesichert werden müsse. Der Krieg in der Ukraine bildet dabei den historischen Hintergrund, vor dem sich diese Entwicklung vollzieht, doch seine Bedeutung reicht längst über die Grenzen dieses Konflikts hinaus. Weiterlesen

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Ein Grüner am Küchentisch

Morgens um 11:00 Uhr muss die Welt gerettet werden. Aber wie?

Also ich als ohne Frage politisch naiver und ohne intime Kenntnisse der Lenkungshierarchie ausgestatteter Bürger stelle mir das ungefähr folgendermaßen vor: Weiterlesen

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Umverteilung, das Lieblingswort der Schmarotzer

Die Bildungskatastrophe, seit Jahren deutlich wahrnehmbar bei deren Opfern im politischen Personal und den Herolden in den Wahrheitsmedien, also denen, die dafür sorgen, daß das gemeine Volk bei der von den Herrschenden geforderten Linie bleibt, hat wieder einmal voll zugeschlagen. Weiterlesen

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Das unberührte Band

Warum erst die Erschütterung die Konturen der Freundschaft zeichnet

Es gibt Abende, an denen das Leben leicht erscheint, fast flüchtig, wie der Schaum auf dem Wein, den man in einer lauten, warmen Stube mit Menschen teilt, deren Gesichter im fahlen Licht der Lampen vertraut wirken. Man lacht über dieselben Einfälle, ereifert sich über die kleinen Absurditäten des Alltags und geht schließlich auseinander mit dem wohligen Gefühl, nicht allein zu sein. Es ist eine wohlfeile Wärme. Jahrelang hielt ich diese Momente für das Fundament dessen, was wir Freundschaft nennen. Wir waren Gefährten des Vergnügens, Konsumenten einer gemeinsamen Zeit, die sich wie eine schützende Decke gegen die Kälte der Welt anfühlte. Doch es war eine Decke aus dünnem, brüchigem Stoff. Erst als der Wind drehte, als das eigene Leben Risse bekam und die Kulissen der alltäglichen Heiterkeit in sich zusammenbrachen, zeigte sich die wahre Natur dieser Konstruktion. Die meisten jener Gefährten blieben dort, wo das Licht hell und die Musik laut war. Sie taten das nicht aus Bosheit; sie waren lediglich für ein anderes, leichteres Theaterstück gebucht gewesen. Weiterlesen

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Die sanfte Diktatur der Haltung

Über die Notwendigkeit einer staatlich verordneten Medienethik

Der aufmerksame Beobachter des politischen Zeitgeists erlaubt sich was: Die Bildung einer eigenen Meinung abseits des geframten Mainstreams – und das geht gar nicht, denn damit wird die politische Ordnung, bekannt auch unter dem Terminus „Unsere Demokratie‟ bedroht.

Doch zum Glück naht die Rettung: Weiterlesen

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Die große Umbenennung

Es gibt Momente, in denen eine Gesellschaft mehr über sich verrät als in tausend Leitartikeln, Regierungserklärungen und Sonntagsreden zusammen. Oft geschieht das nicht durch große politische Entscheidungen, sondern durch kleine sprachliche Verschiebungen, die zunächst harmlos wirken. Ein neues Wort taucht auf, eine vertraute Bezeichnung verschwindet, eine Kategorie wird ersetzt. Wer aufmerksam zuhört, bemerkt dann, dass sich nicht nur die Sprache verändert hat, sondern auch der Blick auf die Wirklichkeit. Weiterlesen

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Gott ist allmächtig, aber er hat Grenzen

Über Theodizee, göttliche Freiheit und das Paradox der vollkommenen Macht

I. Die Frage, die nicht verstummt

Es gibt Augenblicke, in denen die Philosophie aufhört, ein akademisches Spiel zu sein, und zur existenziellen Not wird. Solche Augenblicke ereignen sich vor den Toren von Auschwitz, an den Betten sterbender Kinder, in den Trümmern von Erdbeben und Kriegen. In diesen Momenten stellt sich die uralte Frage mit einer Unmittelbarkeit, die keine gelehrte Distanz mehr erlaubt: Wenn Gott allmächtig und allgütig ist, warum existiert dann das Böse? Warum lässt er das Leiden zu? Weiterlesen

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Das Trauma-Prinzip

Warum Ermittler im modernen Kriminalroman nur noch an sich selbst ermitteln

Es gibt Entwicklungen in der Literatur, die zunächst wie eine Befreiung wirken, und sich erst mit zeitlichem Abstand als neue Form der Erstarrung erweisen. Der moderne Kriminalroman kennt viele solcher Bewegungen. Lange Zeit dominierte eine Ermittlerfigur, die beinahe mathematische Präzision verkörperte: analytisch, kontrolliert, unangreifbar. Der klassische Kommissar erschien am Tatort wie ein Ordnungsprinzip in Menschengestalt. Seine Aufgabe war klar definiert: Chaos erkennen, Zusammenhänge herstellen, die Welt wieder zusammensetzen. Weiterlesen

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Wenn Wahlergebnisse zum Staatsstreich erklärt werden

Es gibt politische Systeme, die an ihren Feinden zugrunde gehen. Und es gibt solche, die an ihrer eigenen moralischen Selbstvergötterung verenden. Die gegenwärtige deutsche Parteienlandschaft scheint entschlossen, den zweiten Weg bis zur bitteren Konsequenz auszukosten: nicht trotz ihrer Demokratie-Rhetorik, sondern gerade wegen ihr. Weiterlesen

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Sonntags nie

Es gibt Menschen, die freuen sich auf den Sonntag. Sie sprechen dann von „rausfahren“, „die Natur genießen“ oder, besonders bedrohlich, von „einem schönen Familienausflug“. Ich hingegen betrachte den Sonntag mit der vorsichtigen Skepsis eines Mannes, der weiß, dass irgendwo bereits jemand Funktionskleidung anzieht.

Nein, sonntags bleibe ich lieber daheim. Dort bin ich sicher. Dort gibt es keine Ausflugslokale voller Eltern, die ihre Kinder mit einer Mischung aus Gleichgültigkeit und biologischem Fatalismus großziehen. Kinder nämlich, die bereits morgens um halb zehn eine Lautstärke entwickeln, bei der NATO-Staaten normalerweise den Verteidigungsfall prüfen würden. Weiterlesen

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