Die Einsamkeit des digitalen Menschen
Es gab eine Zeit, oder wenigstens den Glauben daran,, in der der Himmel nicht leer war. Über den Köpfen der Menschen spannte sich ein Raum, der mehr war als Atmosphäre. Er war Projektionsfläche, Drohung, Hoffnung, Gerichtssaal und Trost zugleich. Selbst der Zweifler lebte noch im Schatten einer Transzendenz, gegen die er sich auflehnen konnte.
Heute dagegen hat sich der Himmel entleert. Nicht spektakulär, nicht in einem großen metaphysischen Donnerschlag, sondern geräuschlos, wie ein Raum, aus dem über Nacht die Möbel verschwinden. Am Morgen steht man darin und wundert sich über das Echo der eigenen Schritte.
Der Mensch der Gegenwart lebt in dieser Leere, und versucht verzweifelt, sie mit Stimmen zu füllen. Weiterlesen →